Wie wollen wir morgen zusammenleben – und wie bereiten wir uns heute darauf vor? Mit diesen Fragen startet die IBK in das Jahr 2026 unter der Leitung des Kantons Zürich. Grundlage dafür ist die Zukunftsstudie „IBK 2050 – Zukunftsbilder zum Weiterdenken", die der Kanton Zürich beim Büro Kühne Wicki in Auftrag gegeben hat. Mitte Januar fiel mit einem digitalen Kick-off der offizielle Startschuss für den gemeinsamen Denkprozess.
Gastgeberinnen des Kick-offs waren die Zürcher Staatsschreiberin Dr. Kathrin Arioli mit ihrem Vorsitz-Team sowie die Autorinnen der Studie, Dr. Martina Kühne und Senem Wicki. In ihrer Einführung machten sie deutlich: Zukunft beschäftigt uns ständig – oft im Viertelstundentakt und meist mit Blick auf den nächsten Tag. Über die langfristige Zukunft hingegen denken wir selten systematisch nach. Genau hier setzt die Studie an.
Die Zukunftsbilder der IBK 2050 sind keine Prognosen, sondern bewusst zugespitzte Denkangebote. Sie basieren auf heute bereits sichtbaren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und ökologischen Entwicklungen. Sogenannte Megatrends. Als Szenarien eröffnen sie einen Möglichkeitsraum: Sie sollen irritieren, Perspektiven verschieben und helfen, bewusste Entscheidungen für die weitere Zusammenarbeit in der Bodenseeregion zu treffen. Ein Prozess, der – so die Autorinnen – anspruchsvoll ist, weil er uns aus dem schnellen Reagieren im Tagesgeschäft herausführt.
Die fünf Zukunftsbilder zeichnen sehr unterschiedliche, teils kontrastreiche Bilder der grenzüberschreitenden Nachbarschaft im Jahr 2050:
- „Hallo neuer Nachbar, wie geht es dir?" stellt den Bodensee selbst ins Zentrum – als schützenswertes Ökosystem und möglichen Akteur mit eigener Stimme. Die Frage nach Verantwortung, Governance und Schutz natürlicher Lebensgrundlagen wird neu gestellt.
- „Alles eine Frage der Beziehungen" denkt die IBK als stark vernetztes Supernetzwerk: In Krisen fließen Wissen, Ressourcen und Hilfe schnell über Grenzen hinweg. Schwache Beziehungen werden zur Stärke regionaler Resilienz.
- „Liebe Nachbarn, wir haben bald ein Problem" thematisiert die demografische Entwicklung. Alterung, Fachkräftemangel und Migration fordern neue Formen von Solidarität, Kooperation und Standortpolitik im Grenzraum.
- „Hey, es geht doch auch freundlich!" rückt die besondere Kultur der IBK in den Fokus. Freundlichkeit, Dialogfähigkeit und Vertrauen werden zur strategischen Ressource in einer Welt zunehmender geopolitischer Spannungen.
- „Vom Grenzzaun zum Gemeinschaftsgarten" entwirft Grenzen als aktive Räume der Begegnung: als Orte für Experimente, Austausch und gemeinsames Lernen – moderiert und getragen von der IBK.
Alle fünf Bilder verstehen sich als Einladung zum Weiterdenken. Sie sollen nicht festlegen, wie die Zukunft sein wird, sondern helfen, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und daraus Orientierung für heutige Entscheidungen zu gewinnen. Gerade weil die IBK in diesem Jahr damit anfängt ihre neue Strategie zu erarbeiten, liefert die Studie einen wichtigen Impuls.
Im Laufe des Vorsitzjahres werden die Zukunftsbilder in unterschiedlichen Formaten und Sitzungen der IBK-Gremien diskutiert, reflektiert und weiterentwickelt – mit dem Ziel, konkrete Anregungen für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit abzuleiten. Denn eines ist sicher: Auch 2050 werden die Mitglieder der IBK Nachbarn sein. Wie sie diese Nachbarschaft gestalten wollen, darüber wird jetzt gemeinsam nachgedacht.
Hier können Sie sich die Studie herunterladen:
IBK 2050