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IBK-Förderpreise vergeben

Sieben IBK-Förderpreise 2022 für typografisch tätige Kulturschaffende aus der Bodenseeregion überreicht - zusätzlicher Preis einer IBK-Jugendjury.

Bild: Gruppe der Förderpreisträger:innen 2022.
Quelle Hannes Thalmann
Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) verleiht seit 1991 Förderpreise in wechselnden Kultursparten, im Jahr 2022 in der Sparte «Typografie». Die sieben mit jeweils 10’000 Schweizer Franken dotierten Preise sowie ein Jugendjury-Preis über 5’000 Schweizer Franken wurden heute (9. November) im Zeughaus in Teufen (Appenzell Ausserrhoden) vom aktuellen IBK-Vorsitzenden, Regierungsrat Alfred Stricker, überreicht. Zur Preisverleihung erscheint eine Publikation.

„Die Preisträgerinnen und Preisträger, die einen IBK-Förderpreis erhalten, ragen gegenwärtig im Bereich der Schriftgestaltung und typografischen Umsetzung heraus. Ihre Entwicklungen bewähren sich sowohl in alltäglichen Anwendungen als auch im künstlerischen und experimentellen Kontext", so Alfred Stricker Regierungsrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden und IBK-Vorsitzender 2022. Er freue sich sehr, dass die Preisverleihung den Abschluss der öffentlichen Veranstaltungen in Appenzell Ausserrhoden im Jubiläumsjahr der IBK bilde.

Typografisches Schaffen am Puls der Zeit

"Wir sind von Typografie umgeben, mehr denn je", so Alfred Sticker weiter. Die Bedeutung der mittels Schrift, Linien und Fläche gestalteten Kommunikation liesse sich kaum überschätzen. Dies habe sich auch mit der zunehmenden Digitalisierung nicht geändert. Typografie und ihre praktischen Anwendungen vermitteln nicht nur Inhalte, sondern nehmen den Zeitgeist auf und spiegeln und hinterfragen damit auch gesellschaftliche Entwicklungen. Zudem hat die Wahl der Schrift einen Einfluss auf die Atmosphäre oder den Klang einer Gestaltung und auf die Aufnahme des Inhalts. „Schrift bewegt und löst Emotionen aus", so ein Auszug der gleichzeitig erschienenen Begleitpublikation.

Der Wert von Typografie bleibt häufig unbeachtet

Mit dem Thema „Typografie" wird ein wesentliches Mittel in den Fokus gerückt, um Inhalte zu vermitteln und damit zugänglich zu machen. „Dass die Typografie dabei (zu) häufig unbeachtet bleibt oder nicht bewusst wahrgenommen wird, rechtfertigt die Wahl der IBK-Kommission Kultur umso mehr. Und es ist bereichernd, dass die Förderpreise auch in diesem Jahr in einer Sparte vergeben werden, die für gewöhnlich nicht Gegenstand der Kulturförderung ist", so Roland E. Hofer, Vorsitzender der IBK-Kommission Kultur, Leiter der Fachstelle für Kulturfragen des Kantons Schaffhausen.

Sieben Förderpreise für Einzelpersonen und Kollektive

Eine internationale Jury mit Expertinnen und Experten im Fachbereich Typografie hat aus insgesamt 17 Nominationen die Preisträgerinnen und den Preisträger der diesjährigen IBK-Förderpreise ausgewählt. Die sieben mit je 10‘000 Schweizer Franken dotierten Förderpreise 2022 gehen an:
·        Bänziger/Kasper/Florio, nominiert vom Kanton Thurgau
·        Nicolas Bernklau, nominiert vom Land Baden-Württemberg
·        Data-Orbit, nominiert vom Kanton St.Gallen
·        Hannah Gebauer, nominiert vom Freistaat Bayern
·        Fabian Harb, nominiert vom Kanton Appenzell Ausserrhoden
·        Florian Jakober, nominiert vom Kanton Zürich
·        Daniel Wenzel, nominiert vom Land Baden-Württemberg
(Jurybegründungen siehe unten)

Individuelle Präsentation – gedruckt und live vor Ort

An der Preisverleihung vom 9. November im Zeughaus in Teufen (Appenzell Ausserrhoden) feierte auch die Publikation zu den diesjährigen Förderpreisen Vernissage. Darin stellen die Ausgezeichneten unter Beweis, dass die typografische Vielfalt im Bodenseeraum sehr groß ist und ständig weiterentwickelt wird. Zur Verdeutlichung wurden die Preistragenden gebeten, ein Plakat zur Frage "Was ist Typografie?" zu gestalten. So entstand eine inspirierende und facettenreiche Edition zu Typografie. Zudem waren die Arbeiten der Gestalterinnen und Gestalter Ausgangspunkt für ein Kurzgespräch mit Rebecca C. Schnyder, die durch den Abend führte.

Förderpreise der IBK

Die Förderpreise der IBK werden seit 1991 jährlich in wechselnden Sparten verliehen. Es können maximal sieben Preise in der Höhe von jeweils 10'000 Schweizer Franken vergeben werden. Ausgezeichnet werden Personen im Alter bis zu 40 Jahren mit einem herausragenden Potential im jeweiligen Kulturbereich. Jedes Mitgliedsland der IBK – Baden-Württemberg, Bayern, Liechtenstein, Vorarlberg, die Kantone St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen, Zürich sowie Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden (gemeinsam) – hatte die Möglichkeit, maximal zwei Nominationen vorzuschlagen. Die Nominierten müssen auf dem Gebiet des nominierenden Landes oder Kantons wohnhaft sein oder dort ihren Arbeitsort haben oder zumindest einen biografischen Bezug zur Bodenseeregion aufweisen.

Durchgeführt wurde die Jurierung dieses Jahr vom Amt für Kultur Kanton Appenzell Ausserrhoden. Verantwortlich für die Förderpreisvergabe ist die IBK-Kommission Kultur, welche unter dem Vorsitz des Kantons Schaffhausen steht. Der Jury gehörten an: Natalie Bringolf (Zürich), Andrea Gassner (Vorarlberg), Holger Felten (Bayern), Angela Kuratli (beide Appenzell), Silvia Ruppen (Fürstentum Liechtenstein), Roger Staub (Schaffhausen), Urs Stuber (Thurgau), Sascha Tittmann (St. Gallen) und Daniel Utz (Baden-Württemberg). Den Juryvorsitz hatte Ursula Steinhauser, Leiterin Amt für Kultur Appenzell Ausserrhoden, inne.

Zusätzlicher Preis der Jugendjury vergeben

Zum dritten Mal vergab die IBK-Projektgruppe Jugendengagement einen zusätzlichen Preis in der Höhe von 5'000 Schweizer Franken. Die Jury bestand aus Sophia Becker (für Liechtenstein), Natalie Glauser (für die Schweizer IBK-Kantone), Adrian Iten (für den Vorsitzkanton Appenzell Ausserrhoden), Alica Kupnik (für Vorarlberg), Chiara Spassov-Marquardt (für die deutschen IBK-Mitglieder). Den Vorsitz der Jugendjury hatte Ruth Haefelin von der IBK-Projektgruppe Jugendengagement, Stabsstelle Regierungssekretär des Fürstentums Liechtenstein inne. Der diesjährige Preis der Jugendjury geht an Data-Orbit, nominiert vom Kanton St. Gallen. Auszug aus der Jugend-Jurybegründung: "[…] das junge Studio für visuelle Kommunikation aus St. Gallen, überzeugt die Jury mit ihrer innovativen, medienübergreifenden Gestaltung. […] Obwohl oder vielleicht gerade, weil Data Orbit ein junges Studio in der Schweizer Grafiklandschaft ist, überzeugen sie durch Professionalität, Originalität und einem ausgearbeiteten Stil – so wecken sie Neugierde auf zukünftige Projekte."

 
Auszüge aus den Begründungen der internationalen Jury:

Bänziger/Kasper/Florio, nominiert vom Kanton Thurgau, Auszug aus der Jurybegründung: "[…] Das Schwergewicht ihrer Arbeiten liegt in der Gestaltung von Büchern und hochwertigen Printmedien in den Bereichen Kunst und Architektur. Ihre Arbeiten sind durch klare Strukturen und sehr gut durchdachte Konzeptionen geprägt. […] Räumliche Anordnungen, Verdichtungen und inhaltliche Erweiterungen sind die Essenz all ihrer Arbeiten. Trotz Strenge und Funktionalität, sind zwischen den Zeilen oft leise Töne zu vernehmen. […]"

Nicolas Bernklau, nominiert vom Bundesland Baden-Württemberg, Auszug aus der Jurybegründung: "Nicolas Bernklaus Schriftentwürfe lassen Anklänge unterschiedlichster Stile und Epochen erkennen, dennoch wirken sie allesamt äußerst frisch und zeitgenössisch. […] In seiner Arbeit verknüpft er virtuos unterschiedliche Disziplinen: Schriftgestaltung und Typografie, Informationsgestaltung und Branding, künstlerische und angewandte Gestaltung. […]"

Data-Orbit, nominiert vom Kanton St. Gallen, Auszug aus der Jurybegründung: "Data Orbit, bestehend aus den drei Gestalter:innen Nayla Baumgartner, Fabio Menet und Louis Vaucher hat mit konzeptioneller Stärke, anspruchsvoller und durchdachter Gestaltung, die am Puls der Zeit liegt, überzeugt. […] wobei sie Schriften als anpassungsfähiges und dynamisches Werkzeug verstehen, das sie projektspezifisch auch selbst entwickeln. […] Das Trio nutzt die Wechselwirkung zwischen statischen und bewegten Medien als Inspirationsquelle. […]"

Hannah Gebauer, nominiert vom Freistaat Bayern, Auszug aus der Jurybegründung: "[…] Sie bewegt sich neugierig und flink zwischen den verschiedensten künstlerischen Bereichen von Typografie über Live Visuals und Buchgestaltung bis hin zu Creative Coding und interaktiver Animation. […] Sie unterwirft sich keinen typografischen Dogmen, sondern hinterfragt diese oder setzt sich kühn darüber hinweg, ohne aber dadurch den Respekt vor ihnen zu verlieren. Hannah Gebauer ist ein Versprechen dafür, dass typografische Gestaltung auch in Zukunft ihre Relevanz nicht verlieren wird […]"

Fabian Harb, nominiert vom Kanton Appenzell Ausserrhoden, Auszug aus der Jurybegründung: "Oft ausgehend von neutralen, serifenlosen Schriftschnitten schafft Fabian Harb neue, komplexe Schriftfamilien […] Ihn interessiert sichtlich das Wechselspiel zwischen Bild und Information, zwischen Programm und Variabilität, Form und Material. Dabei entstehen komplexe Notationen für spielerische, aber keinesfalls formalistische Ansätze. […] die treffsichere Anwendung [steht] […] letztlich im Fokus dieser Gestaltung […]"

Florian Jakober, nominiert vom Kanton Zürich, Auszug aus der Jurybegründung: "Florian Jakober lotet die Möglichkeiten typografischer Gestaltung aus. Gekonnt verwischt er die Grenzen zwischen Schrift- und Bildzeichen […] So entsteht ein Werk von hohem stilistischen Facettenreichtum, welches dennoch eine klare Handschrift trägt. Direkt am Puls der Zeit prägt Jakober die aktuellen Sehgewohnheiten, ohne dabei den Zweck der angewandten Grafik – dem Kommunikationsauftrag zu dienen – aus den Augen zu verlieren."

Daniel Wenzel, nominiert vom Bundesland Baden-Württemberg, Auszug aus der Jurybegründung: "Daniel Wenzel schafft Relevanz: Sowohl in gestalterisch-künstlerischer als auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Auf der Basis von klassischem Know-how entwickelt er Typografie weiter und geht über das klassische Verständnis hinaus. Er gestaltet mit Sinnlichkeit, Freude und Kraft neue Schriften. […] Die Jury ist von der Hingabe und der Leidenschaft für die Schriftgestaltung und der zeitgenössischen Qualität der Arbeit von Daniel Wenzel überzeugt."

Weitere Auskünfte erteilt Ursula Steinhauser, Leiterin Amt für Kultur Kanton Appenzell Ausserrhoden, Telefon: +41 (0)71 353 67 48, Mail: ursula.steinhauser@ar.ch
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