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Grenzüberschreitend schneller helfen: Rettungskräfte arbeiten an gemeinsamer Wissensplattform

Wenn es um Leben und Gesundheit geht, zählt jede Minute – und die reibungslose Zusammenarbeit über Grenzen hinweg kann entscheidend sein. Das zeigte die 19. Konferenz der Rettungsdienste im Bodenseeraum, die am 21. Januar 2026 auf Einladung des Roten Kreuzes Vorarlberg im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast in Götzis stattfand. Unter der Schirmherrschaft der IBK tauschten sich über 100 Führungskräfte aus bodengebundenen Rettungsdiensten, Wasserrettung, DLRG, Luftrettung und Wasserschutzpolizei aus – aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein.

Im Mittelpunkt der Konferenz stand das Leitthema „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Großereignissen": Wie gelingt im Großschadensfall die reibungslose Abstimmung zwischen Organisationen mit unterschiedlichen Strukturen, Zuständigkeiten, Begrifflichkeiten und rechtlichen Rahmenbedingungen?

Gerhard Kräutler, Geschäftsführer des Roten Kreuzes Vorarlberg, betonte den Mehrwert des gemeinsamen Austauschs: Notfälle machten nicht an Grenzen halt – umso wichtiger seien eingespielte Abläufe und klare Verständigung.


Fachvorträge: Zusammenarbeit braucht gemeinsame Schnittstellen

Am Vormittag standen praxisnahe Impulse im Fokus – unter anderem zur Arbeit der Polizeisanitäter in Vorarlberg sowie zu internationalen Einsätzen der SARUV-Einheit (Search and Rescue Unit Vorarlberg). Deutlich wurde: Erfolgreiche Einsätze verlangen nicht nur eingespielte Kooperation zwischen Polizei, Rettungsdiensten und Spezialeinheiten, sondern auch gemeinsame Verständigung über Standards und Abläufe – gerade im internationalen Kontext.


Workshops: Wissensdrehscheibe für Einsatzkräfte

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in Workshops an zentralen Herausforderungen der länderübergreifenden Zusammenarbeit im Großschadensfall – und konkretisierten ein Schlüsselprojekt: den Aufbau eines internen, geschützten Wissensportals für Rettungskräfte im IBK-Raum. Auf der geplanten Plattform sollen künftig gebündelt abrufbar sein:
  • nationales Wording und unterschiedliche Begrifflichkeiten,
  • Strukturen, Kompetenzen und Zuständigkeiten der beteiligten Organisationen,
  • Einsatzmittel und Schnittstellen (Land/Wasser/Luft),
  • rechtliche Rahmenbedingungen (z. B. Anerkennung von Qualifikationen, Zoll- und Einfuhrvorschriften).
Ziel ist eine lebendige, länderübergreifende Plattform – als Nachschlagewerk, Austauschort und Informationsdrehscheibe für Neuerungen, Veranstaltungen und gemeinsame Fragestellungen. Getragen wird das Projekt von einem internationalen Redaktionsteam, das in mehreren Workshoprunden Anforderungen und Inhalte weiter ausarbeitete.
 
Die nächste IBK-Rettungskonferenz findet am 20. Januar 2027 im Kanton Thurgau (Schweiz) statt.
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