Coronavirus in der Grenzregion

Coronavirus in der Bodenseeregion

(Stand 15.04.2021, 12:00 Uhr)

Gratwanderung mit Öffnungen und weiter unsicherer Lage

Der Lockdown zur Eindämmung der Pandemie wird in allen Ländern rund um den Bodensee fortgesetzt. Die Massnahmen unterscheiden sich je nach Land, sind im Kern aber ähnlich. Sie wirken sich teils erheblich auf den kleinen Grenzverkehr aus. Was wo zu beachten ist erfahren Sie auf den offiziellen Corona-Seiten der Länder, Kantone und Landkreise.

Die dritte Welle rollt auch durch die Bodenseeregion. Entsprechend sind die Infektionszahlen wieder gestiegen bzw. stagnieren auf hohem Niveau. Die 7‑Tages-Inzidenz (Neuinfektionen letzte 7 Tage pro 100‘000 Ew.) liegt dies und jenseits der Grenzen auf vergleichbarer Höhe: im deutschen Bodenseeraum bei derzeit 145 (regional unterschiedlich), im Schweizer Teil bei rund 180 (regional steigend), in Liechtenstein ebenso und in Vorarlberg bei 167. Damit bleibt die als beherrschbar angesehene Marke einer Inzidenz unter 50 unerreicht. Kleinregional sind immer wieder Anstiege zu verzeichnen. Die „britische“ Virusvariante B.1.1.7 macht einen Grossteil der Infektionen aus. Das Infektionsgeschehen kann vielfach nicht klar nachvollzogen werden. Etliche Ansteckungen geschehen im privaten Bereich sowie Häufungen in Betrieben oder Einrichtungen. Ein Hoffnungsschimmer ist, dass die Zahl der Hospitalisierungen im Vergleich zu den Neuansteckungen nicht im selben Ausmaß angestiegen ist. Ausserdem sind nicht so viele Todesfällen zu verzeichnen wie in der zweiten Welle und die Durchimpfung der Risikogruppen schreitet überall gut voran.

Virusvarianten bereiten Sorge

In Deutschland wurde der Lockdown grundsätzlich bis 18. April verlängert. Ein Stufenplan sieht je nach Infektionslage Möglichkeiten für Lockerung, aber auch Verschärfungen vor. Baden-Württemberg und Bayern haben ihre Verordnerungen entsprechend verlängert. Beide Länder haben teilweise Öffnungen bei den Schulen und Kitas sowie bei Einzelhandel, Museen, Zoos realisiert. Die Tests werden deutlich ausgeweitet.
In Österreich wird mit der 4.Covid-Schutzmassnahmenverordnung vorsichtig gelockert, etwa im Handel und in Schulen, verbunden mit Testpflichten oder FFP2-Maskenpflicht. Das Land Vorarlberg ist seit 15.3. Pilotregion für eine kontrollierte Öffnung und erlaubt zusätzlich Veranstaltungen und Tagesgastronomie unter Schutzmassnahmen. Generell werden viele Berufsgruppen regelmässig getestet. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen bleiben vorerst, auch Beherbergung ist nur in Ausnahmefällen, z.B. berufliche Zwecke, möglich.
In der Schweiz werden ab 19. April vorsichtige Öffnungsschritte greifen. Von den März beschlossenen Stufen sollen unter Wahrung von Schutzkonzepten (Abstandsregeln, Tests, Registrierung) Lockerungen bei Aussergastronomie, Veranstaltungen und öffentlich zugänglichen Einrichtungen und Betrieben folgen.  Auch Präsenzunterricht soll eingeschränkt wieder möglich sein. Die Testoffensive wird fortgesetzt, u.a. werden Schnelltests für Grenzgänger vom Bund finanziert.

Sorgen bereiten überall die ansteckenderen Virusvarianten, die in Grossbritannien und Irland sowie in Südafrika zu einem raschen Wiederanstieg der Ansteckungen geführt haben. Mittlerweile ist auch im ganzen Bodenseeraum ein grosser Teil der Neuansteckungen auf die „britische“ Variante (B.1.1.7) zurückzuführen. In allen Ländern werden die Teststrategien teils massiv ausgeweitet.

Auswirkungen auf die Grenzen

Auch nach Monaten der zweiten Welle stellen die Gesundheitsämter im IBK-Raum kein auffälliges Infektionsgeschehen über die Landesgrenzen fest. Das weitgehende Offenhalten der Grenzen für Grenzpendler oder familiäre Besuche bewährt sich bisher. Es soll wenn möglich in allen Ländern so fortgesetzt werden. Für regionale Alltagswege bestehen allerdings immer noch erhebliche Einschränkungen, wie Test- oder Anmeldepflicht auch für regelmässige Pendler.

Was ist bei der Einreise zu beachten?

In jedem Fall müssen Einreisende beim Aufenthalt die gültigen Ausgangsbeschränkungen sowie Hygiene- und Abstandregelungen vor Ort einhalten!

Einreise nach Deutschland:

In Deutschland regelt die Coronavirus-Einreiseverordnung des Bundes Einreisen aus Risikogebieten (u.a. A, CH und FL) sowie für Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete (aktuelle Liste beim RKI). Es gilt eine generelle Test- und Anmeldepflicht unter einreiseanmeldung.de. Ausnahmen davon gibt es für Risikogebiete, z.B. für den kleinen Grenzverkehr bei Aufenhalten unter 24h, bei Aufenthalten unter 72h z.B. für Besuche von Verwandten in direkter Linie, Ehegatten, Lebensgefährten, für Berufsverkehr und für Grenzgänger. Für Hochinzidenzgebiete können die Länder ähnliche Ausnahmen für den Grenzverkehr regeln, für Virusvariantengebiete nicht (vgl. Infos der Bundesregierung für Reisende). Zur Testpflicht für Einreisende hat Bayern ergänzend eine Allgemeinverfügung erlassen, die u.a. eine wöchentliche Testpflicht für Grenzgänger vorschreibt.

Nach der Einreise gelten unmittelbar die Einreise-Quarantäneverordnungen der Länder, hier Baden-Württemberg und Bayern. Dabei gilt nur in Baden-Württemberg nach wie vor die 24h-Regel für Besuche im kleinen Grenzverkehr – allerdings nicht mehr zu ausschließlich touristischen Zwecken oder zum Einkauf (z.B. bleibt aber Einkauf auf dem Heimweg von der Arbeit erlaubt). Auch Aufenthalte unter 72h z.B. für Besuche von Verwandten in direkter Linie, Ehegatten, Lebensgefährten, für Berufsverkehr und für Grenzgänger sind ausgenommen. Ebenso können wieder Einreisende, die an Corona erkrankt waren (bestätigt durch PCR-Test) und wieder genesen sind, von der Quarantäne befreit werden. Bayern erlaubt dagegen keine Ausnahmen. 

Einreisende sollten sich unbedingt vorgängig über die aktuellen Regelungen in Baden-Württemberg und Bayern informieren (s. auch Links unten).

Einreise nach Österreich: Grenzgänger müssen sich ab 1.4. nurmehr 1x monatlich anmelden, Testpflicht bleibt.

Für die Einreise aus Risikogebieten (derzeit u.a. D, CH, FL) gilt weiterhin eine grundsätzliche Quarantänepflicht von 10 Tagen. Die Einreise ist zudem zwingend anzumelden über ein Online-Einreise-Formular (Pre-Travel-Clearance); ein „Frei-Testen“ ist frühestens nach 5 Tagen mit negativem PCR- oder Antigentest möglich;
Ausnahmen von der Quarantäne gibt es unter Vorlage eines wöchentlichen negativen PCR- oder Antigentests oder ärztlichen Zeugnisses für regelmässige Pendler zu Arbeits- oder Studienzwecken, regelmässige Besuche der Familie oder Lebenspartner, berufliche Gründe, Güterbeförderung, unvorhersehbare und unverschiebbare familiäre Anlässe oder Personenbetreuung. Aktuelle Regelung im Detail: Mobilität und Einreise Vorarlberg oder FAQ Einreise Stand 15.4.2021).

Einreise in die Schweiz und nach Liechtenstein:

Derzeit besteht für die Einreise in die Schweiz folgende Melde-, Test- und Quarantäne-Pflicht: Einreisende mit Bahn, Bus, Schiff oder Flugzeug (nicht mit Auto oder zu Fuss) aus Gebieten ohne erhöhtes Ansteckungsrisiko, müssen sich vorgängig unter swissplf.admin.ch anmelden. Grenzgänger aus Nachbargebieten wie Baden-Württemberg, Bayern oder Vorarlberg sind von dieser Meldepflicht ausgenommen. Alle Einreisenden mit dem Flugzeug müssen zudem einen negativen PCR-Test (<72h) vorweisen.

Für alle Einreisende, die in den letzten 10 Tagen in einem Gebiet mit erhöhtem Ansteckungsrisiko (s. Liste) ist die Anmeldung obligatorisch. Ebenso besteht Test- und Quarantänepflicht mit bestimmten Ausnahmen (z.B. im Transit, bei wichtigen und dringenden beruflichen und medizinischen Gründen, für Warenverkehr, bei Kultur- und Sportanlässen mit Schutzkonzept). Details siehe Covid-19-Verordnung "Massnahmen im Bereich des internationalen Personenverkehrs".

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit verstärkt

Auch aufgrund der regionalen Zusammenarbeit konnten pauschale Grenzschliessungen in der zweiten Welle der Pandemie vermieden werden. Im Auftrag der IBK-Regierungschefs wurde die regionale Zusammenarbeit der Partner im Gesundheitswesen während der SARS CoV2-Pandemie verstärkt: regelmässiger Austausch der Gesundheitsämter, Abstimmung grenzüberschreitende Meldewege und Meldestellen, IBK-Webplattform für Behörden zum Austausch von Lageberichten, Testkonzepten oder Impfstragien (siehe IBK-Broschüre Dez. 2020, PDF, 3.2MB).

Die Corona-Pandemie führt deutlich vor Augen, dass Bedrohungen von Sicherheit und Gesundheit in der modernen Welt vielfach nicht mehr innerhalb von Landes­grenzen beherrschbar sind – erst recht nicht in einer hochvernetzen Grenzregion.

 

IBK-Linkliste Coronavirus in der Bodenseeregion

Linkliste Corona-Seiten Internationale Bodenseeregion

Folgende Adressen führen zu den offiziellen Informationsseiten der Staaten, Länder, Kantone und Landkreise zur aktuellen Situation und zu gültigen Bestimmungen in der Corona-Pandemie:

Deutschland

https://www.bundesregierung.de/coronavirus
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus-infos-reisende  

Land Baden-Württemberg

https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/gesundheitsschutz/infektionsschutz-hygiene/informationen-zu-coronavirus/   oder unter:
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/uebersicht-fragen-und-antworten/

Landkreis Konstanz

https://www.lrakn.de/coronavirus 

Bodenseekreis

https://www.bodenseekreis.de/corona 

Landkreis Ravensburg

https://www.rv.de/coronavirus 

Landkreis Sigmaringen

https://www.landkreis-sigmaringen.de/coronavirus 

Nachbarkreise im Grenzraum:

WT: https://www.landkreis-waldshut.de/aktuelles/informationen-zum-neuartigen-coronavirus

: https://www.loerrach-landkreis.de/corona  

TUT: https://www.landkreis-tuttlingen.de/Aktuelles/Informationen-zum-Coronavirus 

VS: https://www.lrasbk.de/coronavirus

Freistaat Bayern

https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/infektionsmonitor-bayern/

Landkreis Lindau

https://www.landkreis-lindau.de/Coronavirus 

Landkreis Oberallgäu

https://www.oberallgaeu.org/de/gesundheit-von-mensch-und-tier/gesundheitsamt/corona.html

Kreisfreie Stadt Kempten

https://kempten.de/corona-20314.html

 

Schweiz

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov.html

Kanton St. Gallen

https://www.sg.ch/tools/informationen-coronavirus.html

Kanton Thurgau

http://www.tg.ch/coronavirus

Kanton Schaffhausen

https://sh.ch/corona 

Kanton Appenzell Ausserrhoden

https://www.ar.ch/corona

Kanton Appenzell Innerrhoden

http://www.ai.ch/coronavirus

Kanton Zürich

https://www.zh.ch/de/gesundheit/coronavirus.html

Nachbarkantone im Grenzraum:

AG: https://www.ag.ch/de/themen_1/coronavirus_2/coronavirus.jsp

BS: https://www.coronavirus.bs.ch

BL: https://www.baselland.ch/corona

GR: https://www.gr.ch/coronavirus

 

Österreich

https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Neuartiges-Coronavirus-(2019-nCov).html

Land Vorarlberg

https://vorarlberg.at/corona

 

Fürstentum Liechtenstein

https://www.regierung.li/coronavirus

 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit verstärkt

Auch aufgrund der regionalen Zusammenarbeit konnten pauschale Grenzschliessungen in der zweiten Welle der Pandemie vermieden werden. Im Auftrag der IBK-Regierungschefs wurde die regionale Zusammenarbeit der Partner im Gesundheitswesen während der SARS CoV2-Pandemie verstärkt: regelmässiger Austausch der Gesundheitsämter, Abstimmung grenzüberschreitende Meldewege und Meldestellen, IBK-Webplattform für Behörden zum Austausch von Lageberichten, Testkonzepten oder Impfstragien (siehe IBK-Broschüre Dez. 2020, PDF, 3.2MB).

Die Corona-Pandemie führt deutlich vor Augen, dass Bedrohungen von Sicherheit und Gesundheit in der modernen Welt vielfach nicht mehr innerhalb von Landes­grenzen beherrschbar sind – erst recht nicht in einer hochvernetzen Grenzregion.