direkt zum Inhalt springen

Suchfeld

Kopfzeile

Kopfzeile überspringen

Schrift vergrößern
 
Schrift verkleinern
 
Kontrast
 
 Diese Seite per email versenden
 
 Diese Seite drucken
 

Hauptnavigation

Hauptnavigation überspringen

zweite Navigationsebene

zweite Navigationsebene überspringen

Inhalt

 

Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel

Betriebsportrait Knoblauch -Tafelobstbetrieb

 

1 Betriebsspiegel Knoblauch

Der Betriebsleiter bewirtschaftet seinen Tafelobstbetrieb mit 5,1 AK (ca. 20 Saison-AKs im Erntezeitraum). Der Betrieb liegt in der Nähe von Friedrichshafen auf einer Höhe von 440m ü. M. mit einer mittleren Jahresniederschlagsmenge von 1000mm. Temperatur-Monatsmittel: zwischen 0°Cund 18,8°C.Auf der Betriebsfläche von 18,4 ha werden nach den Richtlinien der Integrierten Produktion Äpfel, Steinobst, Johannis- und Stachelbeeren produziert.

 

Besonderheiten

Die geernteten Äpfel werden in den hofeigenen acht Kühllagern gelagert (Controlled Atmosphere-(CA)-Lager). Die Abwärme aus den Kühllagern wird seit 2013 genutzt.

 

Kontaktdaten des Betriebs

Markus Knoblauch

Reinach 6, D-88048 Friedrichshafen

Tel: +49 (0)7541-56578

 

2 Betriebliche Energie- und Treibhausgasbilanz

 

2.1 Energieverbrauch und erzeugte Energie

Der Energieverbrauch des Betriebs lag bei insgesamt 1.274 Gigajoule (GJ), dies entspricht 36.100Litern Diesel-Äquivalent und 69,2 GJ pro Hektar LN. Der Anteil direkter Energie entsprach 76%bzw. 965 GJ. Der Verbrauch von direkter Energie liegt somit bei 51,95 GJ pro ha.

 

Dem gegenüber steht eine Gesamtenergie-Entnahme aus dem Betrieb in Form von Obst und Strom in Höhe von 1.701 GJ, was 48.211 Litern Diesel-Äquivalent entspricht. Insgesamt weist der Betrieb Knoblauch damit eine gute globale Energieeffizienz auf.

 

Die drei Posten mit dem höchsten Energieverbrauch sind:

  • Direkte Zufuhr: Strom mit 56% des Gesamtenergieverbrauchs (v.a. CA-Kühlung)
  • Direkte Zufuhr: Brennstoffverbrauch mit 16% des Gesamtenergieverbrauchs
  • Indirekte Zufuhr: Zukäufe insbesondere Kunststoffe (PSM-Behälter, Folien, Hagelnetze) mit 7%des Gesamtenergieverbrauchs.

 

2.2 Treibhausgas-Emissionen und Kohlenstoffspeicherung

Die gesamten Treibhausgasemissionen belaufen sich auf 48 t CO2eq bzw. 2, 6t CO2eq/ha. 94%der Emissionen stammen aus der eingesetzten Energie (Diesel und Strom), die restlichen Emissionen entfallen auf die landwirtschaftlichen Böden. Die Kohlenstoffspeicherung erfolgt über die begrünten Obstanlagen und die Obstbäume.

Eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen entsteht durch den Betrieb einer Solarstromanlage auf dem Hallendach mit insgesamt 20 t CO2eq. Die Endsumme der Treibhausgasemissionen beläuft sich damit auf -12 t CO2eq/ha. Damit hat der Betrieb eine aus Klimaschutzsicht positive THG Bilanz.

 

3 Maßnahmenplan

 

3.1 Energie und Treibhausgase einsparen

 

Bereits umgesetzte Maßnahmen oder in Umsetzung

 

  • Abwärmenutzung von CA-Lager: Um die vorhandene Abwärme zu nutzen, hat der Betriebsleiter Wärmetauscher installiert, welche die Wärme aus der Abluft aufnehmen. Das damit vorgewärmte Wasser wird für die Warmwasserbereitung mit einer Holzhackschnitzelanlage verwendet. Das Warmwasser wird mittels Nahwärmeleitungen zur Heizung von zwei Wohnhäusern genutzt. Außerdem sind Unterkünfte für die Erntehelfer geplant. Damit kann auch das große Wärmeaufkommen im Herbst bei der Obsteinlagerung noch besser genutzt werden (Heizung und Warmwasserduschen).Durch die Abwärmenutzung in Höhe von rund 30.000 kWh gewinnt der Betrieb 137 GJ Energie (10,6% desgesamtbetrieblichen Energieverbrauchs), die er zur Heizung von zwei Wohnhäusern einsetzen kann. Dazu werden rund 3.000 Liter Heizöl eingespart und somit die THG-Emissionen um 8,8 t CO2/Jahr reduziert. Die Investitionskosten betrugen rund65.000 Euro (Planung, Wärmetauscher, Pufferspeicher, Holzhackschnitzelanlage, Nahwärmeleitungen).

 

  • Kombinierte Fahrten mit Mulchgerät und Spritze: Die Kombination von Arbeitsgängen(Spritzen und gleichzeitiges Mulchen) kann pro Jahr zwischen 5 und 7 Überfahrten auf der Obstfläche einsparen. Kombiniertes Fahren benötigt zwar etwa 20% mehr Diesel, dafür spart man eine Fahrt. Erforderlich ist ein Mulchgerät, das sich zum Frontanbau eignet. Kombiniertes Fahren ist im Betrieb auf etwa 12 Hektar möglich, tendenziell im Zeitraum Juni-September. Die Ersparnis beträgt ca. 290 Liter Diesel, entsprechend ca. 13 MJ Energie (ca.1,1%) und 0,84 t CO2eq (ca. 10,5%). Für diese technische Innovation müssen ca. 20.000Euro investiert werden. Ein wesentlicher Zusatznutzen der kombinierten Arbeitsgänge ist die Zeitersparnis für den Landwirt.
 
  • Neuer Schlepper mit Energiespartechnik: Das Diesel-Einsparpotenzial durch einen neuen verbrauchsarmen Obstbau-Schlepper liegt bei schätzungsweise 20%. Dies ermöglicht eine Einsparung von ca. 800 Litern Diesel/Jahr, entsprechend rund 41 MJ Energie (ca.3%) und 2,6 t CO2eq (ca. 32%). Der neue Schlepper wurde 2012 gekauft (Investitionsvolumen rund 60.000,- Euro).

 

Geplante Maßnahmen

 

  • Zweireihig fahren: Um zukünftig nur noch durch jede zweite Baumreihe fahren zu können, müsste eine neue Spritze gekauft werden. Das halbiert die Wege in der Anlage. Eventuell kombiniert mit einem Unterflurmulchgerät (insgesamt kompakter und dann auf der kompletten Betriebsfläche einsetzbar). Der Betriebsleiter möchte aber erst abwarten, wie die Erfahrungen bei Kollegen ausfallen.
 

3.2 Anpassung an den Klimawandel

 

Bereits umgesetzte Maßnahmen oder in Umsetzung

 

  • Hagelschutznetze: Sie sind ein absolutes Muss! Zudem reduzieren die Netze mit ihrer Beschattungswirkung auch das Sonnenbrandrisiko.

 

  • Abdeckung von Beerenkulturen mit Kompost: Die Stachelbeeren werden mit Kompost abgedeckt, womit sehr viel Wasser pflanzenverfügbar gespeichert werden kann.

 

Geplante Maßnahmen

 

  • Bewässerung: Im Betrieb Knoblauchwerden aktuell keine Apfelplantagen bewässert und es gibt wegen der starken Parzellierung der Betriebsflächen keine technischen Möglichkeiten. Möglich wäre zukünftig allenfalls die Bewässerung von „kleinen“ Kulturen wie z.B. Stachelbeeren.Bewässerung wäre manchmal schon gut und könnte in der Zukunft noch ein Themawerden.
 

Ein Projekt der IBK Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Umwelt.

Datenerhebung und Redaktion: Bodensee-Stiftung

Dieses Projekt wird gefördert durch:

Fußzeile

Fußzeile überspringen

Zum Seitenanfang